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wie lernt mann mit depressionen umzugehen

In diesem Thema wurden schon 2 Auszeichnungen vergeben!

annalena

unregistriert

1

Donnerstag, 2. September 2010, 15:27

wie lernt mann mit depressionen umzugehen

Hallo,

ich bin neu, habe noch keine Erfahrungen mit einem Forum, weiß aber dass ich gerne Hilfe und Anregungen annehmen möchte und muß.

Unser Sohn ist betroffen, ich weiß nicht wie geht mann damit um, es ist nicht einfach mit seinen Stimmungsschwankungen zu leben.

Man möchte helfen, er will alles alleine regeln, läßt keinen an sich ran, gibt einem an alles die Schuld.

Nun war er in einer Reha, zur Zeit ist er in einer Tagesklinik. Er bekommt immer neue Tabletten, mir kommt es vor, es wird immer schlimmer.

Ich sehe keine Verbesserung. Das macht mich hilflos. Ich nehme ihn so wie er ist, ein Arzt sagte mir ich kann ihn nur zeigen, dass ich ihn liebe.

Was kann ich sonst noch tun??

Annalena

Strubbel Weiblich

Moderator

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Stimmung: grins

2

Donnerstag, 2. September 2010, 19:23

Ich weiß, dass das hart ist, aber du kannst tatsächlich nicht mehr tun, als ihm zu zeigen, dass du ihn liebst und ihm zuhören, wenn er reden will. Hör ihm zu, wenn er dir Vorwürfe macht und nimm ihn ernst dabei. Das heißt nicht, dass du "dir jeden Schuh anziehen" mußt, aber vielleicht gibt es die Chance, dass du ihm deine Sicht der Dinge erklären kannst. Vielleicht kannst du das auch im Rahmen eines Dreiergesprächs mit seinem Therapeuten machen.

Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun!

mausschubser

unregistriert

3

Donnerstag, 2. September 2010, 23:51

Hallo Annalena

So in etwa kann ich Dich verstehen. Mein Vater war vor 10 Jahren auch sehr akut von Depressionen geplagt. Das war auch eine schlimme Zeit für mich und meine Mutter.

Auf den Weg mitgeben kann ich Dir nur, Geduld zu haben und stark zu bleiben. Das mit den wechselnden Medikamenten war für uns auch eine schier unendliche Zeit. Und Rückschläge gab es leider auch manchmal.

Alles braucht seine Zeit. Und wenn es um die Psyche eines Menschen geht, braucht man sehr viel davon. Meinem Vater geht es übrigens schon seit etlichen Jahren wieder richtig gut.

Ich wünsche Dir viel Kraft, die Geduld aufzubringen, wenn es auch an manchen Tagen nicht leicht ist. Mit der richtigen Medikation verbunden mit Therapie geht es sicherlich für Deinen Sohn auch wieder bergauf. Lass den Kopf nicht hängen und zeige ihm, dass Du trotz allem zu ihm stehst.

LG

Mausschubser

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Stimmung: alles gut

4

Freitag, 3. September 2010, 07:30

Du tust schon sehr viel!
Du suchst Rat und hilfe wie du mit deinem Sohn umgehen sollst, das ist wirklich schon viel.
Erwarte nicht zu viel von deinem Sohn, er kann nichts dafür für seine Stimmungsschwankungen, also desswegen bitte nie einen Vorwurf machen...

Ansonsten kannst du nicht mehr tun als für ihn da sein wenn er jmd braucht, ihm zuhören und ihm zeigen dass du ihn liebst...

Es wird besser. Ich war über Jahre sehr depressiv und nun hab ich ein gutes Medikament gefunden und ein paar Dinge im Leben geändert und jetzt gehts mir wirklich gut. Aber es braucht viel Gedult.

ich wünsche dir und deinem Sohn viel Kraft!
Jedes Hindernis birgt die Möglichkeit,
neue Kräfte in dir zu befreien.

annalena

unregistriert

5

Freitag, 3. September 2010, 10:28

danke

Danke für Eure Antworten

Mit der Zeit lernt mann damit umzugehn, und diese Zeit ist lang gewesen, mit allen Höhen und Tiefen.Momente, die er mir was sagen will, weiß ich zu schätzen, denn sie sind selten.Aber wie geht mann mit seinem Umfeld um. Natürlich sagt mann nichts, einige wissen Bescheid,(das ist ein enger Kreis auf den mann zählen kann).Ich weiß nicht wie er es seinen Freunden erklärt, sagen soll ich nichts.Für mich kam ich zur der Einstellung, dass man diese "Kopfsachen" nicht erklären muß, sie hinnehmen soll, denn auf Urteile bzw. Wertung,gute Ratschläge usw. von Aussenstehende kann mann verzichten, denn manche Leute wissen nicht von was sie reden!!

Mima Weiblich

Moderatorin

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6

Samstag, 4. September 2010, 00:57

Liebe Annalena,

hab Dank für Deine Frage!!! Ich bin selber Betroffene, mal schwerer, mal weniger in Not. Meine Frage bisher war immer, wie geht mein Mann, wie gehen meine Kinder mit meiner Erkrankung um. Wie es meinen Eltern damit gehen mag, das habe ich mich weniger gefragt... da hast Du etwas in mir angestoßen, das nach Antworten drängt. Meine Eltern wollen "dass es mir gut geht", dass sie Fehler gemacht haben könnten, mich in kritischen Situationen nicht unterstützt haben, das weisen sie von sich, ihre Vergangenheit ist eine andere wie ich sie in Erinnerung habe...

Meine Eltern haben dabei wohl den kleinsten Anteil, mein Leid durch Mitschüler und Lehrer, überhaupt das Umfeld, ist es letztlich, was ich verarbeiten muss. Dafür, dass ich nicht ein "beliebtes, gesellschaftlich anerkanntes" Kind war habe ich mich vor meinen Eltern sehr geschämt und darum wohl auch alle Prügel und Ächtungen einfach für mich behalten. Um Hilfe habe ich nie gebeten, ich wollte das auch immer alles "für mich" regeln. Meine Eltern waren beide berufstätig, meine Mutter pflegte ausserdem den bettlägerigen Großvater... da war Sorge genug...

Du schreibst leider nicht, wie alt Dein Sohn ist. Inwieweit bist Du selber bereit, in Dein Leben, in Deine Vergangenheit zu schauen? Unabhängig von dem, wie Dein Sohn mit seinem Leben umgeht? Nicht, um Verfehlungen aufzudecken, sondern um für Dich selber Kraft zu bekommen, vielleicht selber zurückzublicken in Zeiten, wo das Leben für Dich selber kaum zu ertragen war, wenn es solche Zeiten gegeben haben sollte und daraus vielleicht am Ende auch ein stärkeres Verständnis für Deinen Sohn und seine Unsicherheit im Leben zu bekommen.

Aber vielleicht sehe ich das alles auch zu sehr von meiner eigenen Warte... ich denke nicht, dass meine Eltern meinen Zustand "verstehen", jemals verstanden haben...

Umso schöner, dass Du mit großem Mitgefühl versuchst, Deinen Sohn zu begleiten! Dass Du Deinen Umgang mit ihm hinterfragst und nach Möglichkeiten suchst, im zu helfen.
Alles wird gut! ... und wenn mal was nicht gut ist, ist es noch nicht fertig.

In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas
\\//

annalena

unregistriert

7

Samstag, 4. September 2010, 16:48

Liebe Mima,

meine Eltern waren Vetriebene, d.h. sie haben den Krieg überlebt!! Was sie alles erlebt haben,wurde in meiner Zeit nicht ausgewertet.Diese Generation war nicht so aufgeschlossen wie wir(wer hat sich eigentlich um ihre Probleme gekümmert?).Mein Vater starb sehr früh an Krebs. Probleme gab es mit meinem älteren Bruder. Meine Mutter war froh, dass ich ihr alles abnahm. Zuletzt habe ich sie zu Hause 10 Jahre gepflegt,ich könnte sie nicht abschieben. Ich bin verheiratet, habe 2 Söhne. Der jüngste ist 25, er war immer schon sensibel und sehr ruhig(ist mein Mann auch).Seine Probleme fingen nach einer Klassenumstellung an. Keine Freunde, suchen nach den richtigen, vielles ausprobieren, falsche Freunde, Schulabbruch usw. Er hat eine Lehre abgeschlossen, keine Arbeit, wenn dann nur Zeitarbeit,Leid der Oma, Freundin weg, Freund tödlich verunglückt...

Ich möchte ihm helfen, kann das Leid nicht mehr mit ansehen. Froh bin ich, dass er zu seinem Bruder Vertrauen fasst. Nun werde ich nicht mehr so belastet,denn ich muß die Reißleine ziehen nicht mein Körper(Herzprobleme). Manchmal denke ich, ich stehe unter Mutterschutz.

Annalena

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Mima Weiblich

Moderatorin

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Therapiestatus: Therapiepause

Geburtstag: 11. Juli 1968 (43)

Wohnort: D-BaWü

8

Samstag, 4. September 2010, 23:25

Da hast Du kein leichtes Schicksal geerbt... ich hoffe sehr, wir können Dich und damit auch Deine Söhne unterstützen! Dass inzwischen Dein Körper auf die lange Belastung reagiert und Dir "das Herz bricht"... pass gut auf Dich auf!
Alles wird gut! ... und wenn mal was nicht gut ist, ist es noch nicht fertig.

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