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Strubbel Weiblich

Moderator

Registrierungsdatum: 4. November 2006

Beiträge: 4 508

Status: Betroffene/r

Therapiestatus: war erfolgreich in Therapie

Geburtstag: 2. März 1977 (34)

Wohnort: Deutschland/BW

Stimmung: grins

21

Dienstag, 17. August 2010, 22:33

Wie kann ich mich denn über Wasser halten, bis ich mal eine neue Therapie in Aussicht habe?


Vielleicht, in dem du dir mal genau überlegst, was du wirklich willst und ob du auch wirklich bereit bist, Hilfe anzunehmen. Wenn du diese Fragen für dich ehrlich beantworten kannst, wird dir vielleicht auch der Weg klar, den du gehen willst.

Dass du meine Meinung nicht nachvollziehen kannst, dachte ich mir schon, v.a. weil es nicht das ist, was du vermutlich hören wolltest.
Kurze Erklärung: Wenn ich vor 5 Jahren gewußt hätte, was ich heute weiß, wäre ich gleich in die Klinik gegangen und hätte nicht gewartet, bis gar nichts mehr ging und ich bin heute noch wütend auf meine erste Therapeutin, dass sie erst über ein Jahr erfolglos an mir herumtherapiert hat, bis sie mir endlich den Vorschlag gemacht hat, in eine Klinik zu gehen. Ich selber wußte damals nicht, was für Möglichkeiten es gibt. Klinik war im Zusammenhang mit meiner Krankheit für mich immer Psychiatrie. Erst nachdem sie endlich mit dem Vorschlag herausgerückt ist habe ich von psychosomatischen Kliniken erfahren.

Was die Therapie an sich angeht, ist es ganz normal, dass am Anfang vieles altes aufgerissen wird. Deshalb geht es vielen zu Beginn der Therapie schlechter als vorher, bevor es dann aufwärts geht. Das ist mit ein Grund, wieso ich gesagt habe, dass Therapie harte Arbeit und enorm anstrengend ist. Ich habe 5 Jahre gebraucht, um so weit zu kommen, dass ich heute meiner Thera am Telefon sagen konnte, dass es mir gut geht und ich mich melden würde, wenn ich wieder einen Termin brauche - und glaub mir, ich war oft wütend auf meine Thera, habe gedacht, sie versteht mich nicht, kann mich nicht leiden und sie läßt ihre schlechte Laune an mir aus. Hinterher habe ich dann gemerkt, dass ihr Verhalten mal wieder nur dazu gedient hat, mich weiter zu bringen.

Viele Menschen sind zu gut erzogen, um mit vollem Mund zu sprechen, aber sie haben keine Bedenken, es mit leerem Kopf zu tun!

mausschubser

unregistriert

22

Freitag, 20. August 2010, 17:11

Hallo Strubbel

danke erstmal für Deine Antworten.

Ich bin irgendwie total durch den Wind. Die Therapie werde ich wohl versuchen weiterzuführen. Du hast schon Recht, ich weiss nicht, was ich will. Ich will und muss schon was an meinem Leben ändern. Das ist mir klar. So kann es auf Dauer nicht weitergehen. Die Depression ist schliesslich ein Zeichen dafür, dass etwas nicht stimmt. Wenn ich mich nur nicht so schwer tun würde mit Veränderungen und Entscheidungen. Aber das kann mir wohl niemand abnehmen.

Gestern hatte ich wieder einen Termin bei meinem Psychiater, mit dem ich auch über meine Therapie geredet habe. Die Sache mit der stationären Behandlung konnte er auch nicht nachvollziehen. Wasser auf meine Mühlen. Da geht es mir doch schon wieder bissl besser, meine Meinung von offizieller Seite etwas bestätigt zu bekommen.

Meinen Alleingang mit der AD-Dosiserhöhung hat er so durchgewunken, wäre in Ordnung und ich solle die Dosis beibehalten. Obwohl es wohl akut damals erstmal nichts gebracht hätte, da die Wirkung erst mit Verzögerung einsetzten würde.

Ich bin ziemlich fertig mit meiner Bereifung. Wenn ich am Montag meine nächste Sitzung bei der Thera hab und ihr diesmal erzähle, dass mir das Alles gerade zuviel wird, fällt sie bestimmt vom Glauben ab. Wo es mir doch letzte Woche noch zu langsam vorwärts ging. Naja, danach hat sie wohl zwei Wochen Urlaub, da sollte ich mir dann wohl mal verschärft Gedanken machen, was ich will. Ob dabei was rauskommt??

LG

mausschubser

unregistriert

23

Montag, 23. August 2010, 19:16

Bin raus aus der Thera. Ich komme mit dem ganzen Kram nicht zurecht. Es macht mich fertiger, als ich ohnehin schon bin. Keine Ahnung, ob und wie es jetzt weiter geht....

Tschüss

mausschubser

unregistriert

24

Mittwoch, 8. September 2010, 21:52

Hallo zusammen...

... so ganz ohne Euch kann ich wohl doch nicht.

Meine Wankelmütigkeit nimmt leider kein Ende. Jetzt sind die zwei Wochen Bedenkzeit um, und ich bin wieder mal kein bissi schlauer, wie es weiter gehen soll.

Warum muss ich mir ständig einreden, dass ich ne Therapie nicht auf die Reihe bekomme? Ihr könnt es doch schliesslich auch. Alleine komme ich nicht weiter, soviel habe ich jetzt begriffen. Die Worte, die einem helfen, kann man sich nicht selbst sagen, funktioniert einfach nicht.

Irgendwie versinke ich gerade wieder mal in einer Mischung aus Selbstmitleid und Verbitterung. Und das zieht mich sehr runter. Mein Gefühl vermittelt mir immer, dass ich mich nicht zu freuen oder zufrieden zu fühlen habe. Kennt Ihr das? Ziemlich bekloppt, oder? So kann es ja nichts werden, mit einem besseren Selbstwertgefühl. Warum muss ich mir immer sowas einreden?

Die letzten beiden Tage bin ich wieder ziemlich am grübeln und zweifeln. Blöd, wenn man nicht ausgelastet ist und die Gedanken anfangen, spazieren zu gehen. Andererseits nutzt es wohl wenig, sich immer in Arbeit zu flüchten und die Probleme damit auszublenden. Sie holen mich ja doch wieder ein. Wenn es doch nur nicht so aussichtslos erscheinen würde.

Wie geht Ihr mit solchen Situationen um?

Mima Weiblich

Moderatorin

Registrierungsdatum: 3. Dezember 2006

Beiträge: 9 476

Status: Betroffene/r

Therapiestatus: Therapiepause

Geburtstag: 11. Juli 1968 (43)

Wohnort: D-BaWü

25

Donnerstag, 9. September 2010, 12:00

Hallo Mausschubser,
was ich so bei Dir raushöre ist, dass Du erwartest, wenn da mal ein wenig bergauf gegangen ist, dann wird von aussen erwartet, dass es jetzt wie bei einer Treppe beständig, Schritt für Schritt aufwärts geht. Ist aber nicht so. Therapie ist mehr wie Bergwandern und da geht es aufwärts und abwärts und ganz am Ende, wenn man wirklich einen langen harten Weg gegangen ist, dann hat man ein Ziel erreicht. Und dafür braucht es einen langen Atem und auch mal Pausen und auch mal das Gefühl, da geht ja gar nichts mehr voran und und und...

Für wen machst Du die Therapie? Doch für Dich und nicht dafür, dass die Thera ein Erfolgserlebnis hat (die hat Supervision...).

Ich wünsche Dir sehr, dass Du das Angebot Therapie für Dich weiter nutzt, wenn Du auch grade nicht vom Erfolg überzeugt bist.
Alles wird gut! ... und wenn mal was nicht gut ist, ist es noch nicht fertig.

In necessariis unitas, in dubiis libertas, in omnibus caritas
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