Wie kann ich mich denn über Wasser halten, bis ich mal eine neue Therapie in Aussicht habe?
Vielleicht, in dem du dir mal genau überlegst, was du wirklich willst und ob du auch wirklich bereit bist, Hilfe anzunehmen. Wenn du diese Fragen für dich ehrlich beantworten kannst, wird dir vielleicht auch der Weg klar, den du gehen willst.
Dass du meine Meinung nicht nachvollziehen kannst, dachte ich mir schon, v.a. weil es nicht das ist, was du vermutlich hören wolltest.
Kurze Erklärung: Wenn ich vor 5 Jahren gewußt hätte, was ich heute weiß, wäre ich gleich in die Klinik gegangen und hätte nicht gewartet, bis gar nichts mehr ging und ich bin heute noch wütend auf meine erste Therapeutin, dass sie erst über ein Jahr erfolglos an mir herumtherapiert hat, bis sie mir endlich den Vorschlag gemacht hat, in eine Klinik zu gehen. Ich selber wußte damals nicht, was für Möglichkeiten es gibt. Klinik war im Zusammenhang mit meiner Krankheit für mich immer Psychiatrie. Erst nachdem sie endlich mit dem Vorschlag herausgerückt ist habe ich von psychosomatischen Kliniken erfahren.
Was die Therapie an sich angeht, ist es ganz normal, dass am Anfang vieles altes aufgerissen wird. Deshalb geht es vielen zu Beginn der Therapie schlechter als vorher, bevor es dann aufwärts geht. Das ist mit ein Grund, wieso ich gesagt habe, dass Therapie harte Arbeit und enorm anstrengend ist. Ich habe 5 Jahre gebraucht, um so weit zu kommen, dass ich heute meiner Thera am Telefon sagen konnte, dass es mir gut geht und ich mich melden würde, wenn ich wieder einen Termin brauche - und glaub mir, ich war oft wütend auf meine Thera, habe gedacht, sie versteht mich nicht, kann mich nicht leiden und sie läßt ihre schlechte Laune an mir aus. Hinterher habe ich dann gemerkt, dass ihr Verhalten mal wieder nur dazu gedient hat, mich weiter zu bringen.